FoodYouth Issue

Die Vegan Queen

Cécile Moser

Lauren Wildbolz ist die wohl bekannteste Veganerin der Schweiz. Mit ihren Kochbüchern und Rezepten beweist sie, wie schmackhaft vegane Küche sein kann. Warum sie die Zukunft ganz klar in einer nicht-tierischen Ernährung sieht, und was sie “jungen” Veganer_innen rät, darüber sprachen wir mit ihr im Interview.

Wie kamst du zur veganen Küche?
Als ich 14 Jahre alt war – das ist nun 24 Jahre her – beschloss ich, kein Fleisch mehr zu essen aus Empathie den Tieren gegenüber. Ein gutes Jahrzehnt später wurde mir bewusst, dass eine vegane, möglichst saisonale, regionale, vollwertige und biologische Ernährung das Sinnvollste ist für unseren Planeten – und meine eigene Gesundheit. Seither bin ich Veganerin.

Kannst du dich noch erinnern, wie du diese Umstellung empfunden hast? Welche Tipps kannst du Personen mit auf den Weg geben, die diesen Schritt auch tun möchten?
Ich finde, dass diese Umstellung eigentlich ganz einfach funktioniert. Zumindest in Städten ist das kein Problem: Die Supermärkte und Restaurants bieten heutzutage eine Vielfalt an veganem Essen und Produkten an. Die fünf Grundelemente einer veganen Ernährung sind Gemüse, Früchte, Getreide, Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen. Daher sollte es auch auf dem “Land” relativ einfach sein, diese Umstellung zu vollziehen – auch ohne speziell gekennzeichnete vegane Produkte. Was ich aber einer frisch gebackenen Veganerin bzw. einem “jungen” Veganer raten möchte: Sei tolerant gegenüber deinen Mitmenschen, die (noch) nicht den Weg zum Veganismus gefunden haben. Alles andere macht Freunde und Familie nur verrückt und bringt euch allen nichts.

Viele Skeptiker_innen sind der Überzeugung, dass eine vegane Ernährung negative Folgen für die Gesundheit bzw. den Körper hat. Was sagst du dazu?
Ich ernähre mich nun seit zwölf Jahren vegan. In dieser Zeit habe ich einen solchen Energieschub wie nie zuvor – auch nicht als Vegetarierin – erfahren dürfen.

Da bist du wohl nicht alleine. In den letzten Jahren hat sich der Vegan-Trend stark etabliert.
Für mich ist Veganismus kein Trend mehr. Veganismus ist in der Gesellschaft angekommen und wird von dieser als gesunde und nachhaltige Ernährung und Lebensform anerkannt.

Wie gehst du mit dem Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf dein Kochen um?
Für mich ist die Herkunft eines Lebensmittels sehr wichtig. Daher frage ich mich immer: Wie wurde es produziert? Unter welchen Bedingungen haben Menschen dieses Lebensmittel geerntet oder hergestellt? Stichwort Fair Trade! Zudem müssen die Produkte natürlich immer Bio sein, damit unsere Böden nicht weiter kaputt gemacht oder ausgelaugt werden.

Unsere Ausgabe YOUTH widmet sich dem übergeordneten Thema Jugendaktivismus, und somit jungen Menschen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen. Wie sieht in deinen Augen die Küche der Zukunft aus?
Die Ernährung der Zukunft wird definitiv weniger tierische Ingredienzen beinhalten. Allenfalls wird sie individueller gestaltet werden – vielleicht sogar auf die eigene DNA ausgerichtet sein. Für mich persönlich ist der gesundheitliche Aspekt einer nachhaltigen Ernährung sekundär, ökologische und ethische Aspekte jedoch primär.

Und zu guter Letzt: Was ist deine persönliche Leibspeise?
Gedämpftes Gemüse und Hülsenfrüchte, warmes Frühstück wie Porridge aus ganzer Hirse oder Maisgriess und Raw Cakes. Ach, es gibt so viele feine Sachen – ich kann mich nicht entscheiden.

TRY IT OUT!
Ganz im Sinne eines energiegeladenen Klimastreiks, wo man nicht ohne entsprechenden Proviant und Verpflegung hin sollte, hat uns Lauren Wildbolz ihr Rezept für das ultimative Power-Sandwich verraten.