JEN DALE

Selbst ist die Frau

Serena Schindler

Meine #heroine Jen Dale ist eine Alleskönnerin. Sie beweist, dass mit genügend Leidenschaft alles zu schaffen ist. Gekonnt lebt sie ihren Traumjob als Musikerin, kreiert  Schmuck und pflegt dabei noch ihr Familienleben.

 

Jen, du bist eine starke, vielseitige, junge Frau, die ihre Träume verwirklicht: Du machst Musik, bist Schmuckdesigner, pendelst zwischen der Schweiz, Berlin und New York und bist bald Mama von Zwillingen. Wie darf man sich einen deinen Alltag vorstellen?

Momentan besteht mein Alltag vor allem aus drei Dingen: Schlafen, essen und versuchen, alles – meine Promo Tour, mein Album Release, ein Musikvideo Shooting –  unter einen Hut zu bringen. Das, damit ich mir in meiner Mama-Anfangszeit erstmals eine Arbeitsauszeit gönnen kann und meine Projekte nicht gleich stehen bleiben. Da ich ein ziemlicher „busy body“ bin und ein Tag für mich nicht genug Stunden hat, ist und war das bisher auch die grösste Herausforderung während der Schwangerschaft: Alles auf meiner Liste zu erledigen, und das mit der Hälfte der Geschwindigkeit.

 

Apropos Musik: Ich gratuliere dir zu deinem erst gerade neu erschienenen Album „Closer Distance“. Nach drei EPs ist dies nun dein erstes Album – warum erst jetzt?

Die EPs haben mir die Möglichkeit gegeben, ohne allzu grosses Commitment rumzuspielen und auszuprobieren. Ich hab mich mit den EPs durch meine verschiedenen Einflüsse von 90s R&B/Jazz über Motown/Soul zu 80s Soul/Pop versucht, und war auf einer gewissen Weise auf der Suche nach meiner musikalischen Identität. Ich hatte immer einen riesen Respekt vor einem Album. Ich glaube, ich habe eine EP eher als eine romantische unverbindliche Beziehung ohne viele Bezeichnungen und Verantwortung gesehen. Ein Album hingegen war für mich eine ernsthafte Beziehung, inkl. Verlobung oder sogar Ehe. Was ich aber im Prozess des Album Kreierens realisiert habe, ist, dass der grösste Druck von mir selbst kam, und ich mir dadurch immer selbst im Wege stand. Diesen Druck konnte ich zum Glück während des Schreibens des Albums loslassen und vollkommen in mein Kreieren vertrauen.

 

Ja, insbesondere das Album Cover sowie das Musikvideo zur ersten Single „Lean“ haben es mir angetan. Wie viel Jen steckt im visuellen Konzept mit drin?

Ich habe das Glück mit sehr talentierten und unkomplizierten Fotografen, Grafikern und Filmproduzenten zusammenzuarbeiten, deren Resultate mich immer wieder aufs Neue begeistern und nie enttäuschen. So gebe ich am Anfang meist meine ziemlich genaue kreative Vision ab, die dann von ihnen umgesetzt wird. Obwohl ich während der Produktion schon auch bei Entscheidungen dabei bin, darf ich mich hauptsächlich zurücklehnen und darauf vertrauen, dass sie einen tollen Job machen.

 

Deine drei EPs stark nach Synth-Pop, 80s und Soul. Hat sich deine Musik seit deiner letzten EP „Jimi, Otis Bacon & Eggs“ verändert?

Ich glaube nicht, dass sich meine Musik komplett verändert hat, aber sie hat sich definitiv weiterentwickelt. Ich würde sagen, mein Album ist musikalisch gesehen die Summe der Erfahrungen und Einflüsse meiner drei EPs.

 

Was möchtest du heute mit deiner Musik ausdrücken?

Das Wichtigste ist mir, dass sich die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Songs wiedererkennen können, sei es durch die Musik oder den Text. Die Themen haben sich seid „Jimi, Otis Bacon & Eggs“ vielleicht am ehesten verändert. Diese bewegen sich nicht mehr hauptsächlich um Liebesgeschichten, sondern mehr um meine emotionale Reaktion auf die heutige Welt, welche sich in meinen vier Wänden und ausserhalb abspielt.

 

Deine Kreativität drückt sich nicht nur in der Musik aus, sondern auch im Bereich des Designs: Du bist die Schmuckdesignerin deines eigenen Brands „Big Daddy Ella“. Wie würdest du diesen in drei Worten beschreiben?

Unkompliziert, eklektisch, auffällig.

 

Und weshalb gerade Schmuck?

Ich habe den Schmuck ursprünglich für mich selbst kreiert, da ich eher auffällige Stücke für die Bühne gesucht habe, aber nicht finden konnte. Als ich diese für mich entworfen habe, wollte meine Mama auch davon, dann meine Tante, dann ihre Freundin.

Zudem bietet mir der Schmuck den visuellen Ausgleich zur Musik.

 

Bald wirst Du nebst Musikerin und Schmuckdesignerin auch Mama. Wie planst du deine vielen Verpflichtungen und Leidenschaften unter einen Hut zu bringen?

Ich plane noch nicht sehr viel, da ich die beiden Kleinen erst mal kennenlernen möchte. Mein Mann und ich haben meistens die „Go With The Flow“-Einstellung. Daher wird sich das dann wahrscheinlich von Tag zu Tag klarer zeigen während wir unseren „neuen Familien Rhythmus“ herausfinden. Klar ist aber, ich möchte Musik, Schmuck und Familie unter einen Hut bringen, und rechne daher mit sehr viel Veränderung, was meine organisatorischen Fähigkeiten angeht.

 

Und was möchtest du deinen Kindern mit auf den Weg geben?

Ich möchte meinen beiden Jungs Empathie und Einfühlsamkeit mitgeben. Und das Verständnis, dass jeder Mensch es verdient, mit Respekt begegnet und behandelt zu werden - egal woher er kommt, wie er aussieht oder wen er liebt.

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