FASHION

Mode mit Meinung

Cécile Moser

Ob Dior, Prabal Gurung oder Monki: Statement-Shirts mit feministischen Botschaften sind diese Saison omnipräsent. Dabei vermischt sich Politik mit Konsum und Popkultur, was dem Establishment oft nicht gefällt. Wir finden dagegen: Lasst uns den Slogan „We all should be feminists“ wahr werden!

Es ist eine Diskussion, so alt wie das System an sich: Wie lässt sich der Kapitalismus mit Politik und Haltung vereinen? Für die intellektuelle Elite gilt oft noch immer: Konsum, der Kapitalismus sowie die Popkultur sind böse und lediglich für die minderen Schichten gedacht, das dumme Volk, das einen Zeitvertreib sucht. Es ist klar, der Hochkapitalismus und Neoliberalismus, wie er heute herrscht, ist unmenschlich, unwürdig und jede Bereicherung basiert immer auf einem Verlust eines anderen. Und doch leben wir alle tagtäglich in diesem System, ja sind gefangen und müssen auf die ein oder andere Art mitspielen. Was also tun? Wir sagen: Let's change the game! Wie sich jüngst zeigt, ist Konsum politischer denn je geworden. Fair Fashion etwa ist omnipräsent und heiss diskutiertes Thema. Doch auch hier gilt es, stets kritisch zu bleiben und so sollten neben Produktionsbedingung ja beispielsweise auch Produktionswege etc. betrachtet werden. Eine simple Antwort auf den ganze Konsum-Diskurs ist definitiv: Weniger konsumieren!

 

Wenn Konsum also politisch ist, ist dies also auch eine gute Zeit, um politische Botschaften und Statements auf Kleidung zu drucken. Kleidung ist nach wie vor ein Hauptausdrucksmittel von Szenen, Mikrokosmen, Branchen, Kulturen oder Geschlechtern und nach ihr bewerten wir seine Trägerin und seinen Träger. Mode betrifft jeden und jede und kommt täglich zum Einsatz. Während man sich früher über Religion, Nationalität oder Geschlecht definiert hat, so tut man dies heute immer mehr über Konsum. Marken regieren die Welt – nicht nur im Bereich von Kleidung. Wenn wir also Mode als populäres Medium sehen mit enorm hohem Verbreitungsgrad, schliesslich wird heute live von den Catwalks dieser Welt getwittert, so kann dem Erobern von politischen Botschaften durchaus Positives abgewonnen werden. Wenn also Dior oder Prabal Gurung ihre Models mit Slogan-Shirts wie „We all should be feminists“ oder „My boyfriend is a feminist“ (Bild oben)  über die Laufstege gehen lassen, und sich das wie ein Lauffeuer verbreitet, ist das pragmatisch gesehen gut. Und wie es heute im schnelllebigen Modezirkus ja läuft, können die Trends nur wenige Wochen später in billig Discountern wie Zara und Co. nachgekauft werden. So lancierte etwa Monki, eine Tochtermarke der H&M-Gruppe, diesen Herbst anlässlich des 10-jährigen Jubiläums das „Monkifesto“ (Bild unten)

Dieses beinhaltet rund 10 Videos mit Social Influencern, die allesamt politische Botschaften witzig und ansprechend verpackt kommunizieren. So geht es etwa um „Sharing is Caring“, „Cut the Norm“, „Salute Sisterhood“, „Please Yo'self“ oder „Knowledge ist Queen“. Botschaften, die wir finden, für junge Konsumentinnen lediglich positive Auswirkungen und Beeinflussung haben.

 

Wenn also Konsum politisch wird, und damit die breiten Massen erreicht werden können, sind wir am Ende vielleicht und hoffentlich wirklich mal alle feminists. Denn wir wollen Feminismus für viele, nicht für wenige. So finden wir: Es ist die Zeit angebrochen, wo Haltung, Werte, Meinung und politische Beteiligung ein Muss sind. Also lasst uns den Konsum so politisch wie möglich machen, damit am Ende vielleicht Politik und Haltung gar über ihn herrschen. Let's play!

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