EDITORIAL

 Liebe Leser_innen

Er ist bedeutungsgeladenes Symbol und bringt so manche spannende Histoire mit sich: Der Regenbogen. Physikalisch gesehen brechen die Regentropfen das Sonnenlicht, wodurch ein radialer Farbverlauf, eben der Bogen, entsteht, der dann die ganze Bandbreite der Spektralfarben zeigt. Zwei gegensätzliche Elemente, sprich Wasser und Licht, ergeben also etwas wundervoll Neues. Dieses Naturspektakel ist so faszinierend, dass denn auch nicht lange eine mythologische Bedeutung auf sich warten liess. So diente er früher oft als Mittler zwischen Götter- und Menschenwelt, die australischen Aborigines verehren gar eine Regenbogenschlange als ihren Schöpfer. Und die wohl bekannteste kulturelle Bedeutung dürfte die aus der irischen Mythologie sein, wo der Kobold, der sog. Leprechaun, seinen Goldschatz am Ende des Regenbogens versteckt hält.

 

Ein faszinierendes Phänomen also, das bereits seit Anbeginn der Menschheit mit Attributen wie Verbindung, Zwischenwelt, Vielfalt, Märchen (man denke etwa an den Zauberer von Oz und das daraus bekannte Lied „Somewhere over the Rainbow“), Vereinigung oder Alternativwelten versehen wird. Genau damit lässt sich auch eine wunderschöne Brücke zur heutigen symbolischen Bedeutung des Regenbogens schlagen. So steht die Regenbogen-Flagge doch für Gay-Communities und prangt so etwa vor entsprechenden Bars und Clubs, vermehrt aber noch für die allseits bekannten Regenbogen-Familien oder LGBTQ+ Communities. Und genau um Letztere soll es in unserer dritten Ausgabe zum Thema „Rainbow“ auch gehen. Das Kürzel LGBTQ+ steht für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer und mehr“ und steht für all diese Personen, die im gängigen Duktus nicht der Norm entsprechen. Wir befinden uns also da, wo alternative Lebensformen ihren Ursprung finden. Und genau diesen Lebenswelten möchten wir uns in unserer dritten Ausgabe widmen. Schliesslich ist es einmal mehr mit dem lieben Herrn Trump, der sich gegen genau all diese Welten stellt, ja diese gar leugnet, dringlicher denn je, diesen Minderheiten eine Stimme zu geben. Diese Issue zeigt auf, was Wunderschönes entstehen kann, wenn man es zulässt und aufhört, sich an veraltete Normen zu klammern, die einst von kleingeistigen, frustrierten weissen Männern in den Raum gestellt wurden.

 

So sprachen wir für unsere #heroine-Rubrik mit Anna Rosenwasser, Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz und besuchten für die Art-Rubrik das erste queer-Festival der Schweiz. Mit dem Kollektiv „Les Belles des Nuits“ unterhielten wir uns über ihr Engagement in der elektronischen Musikszene, und in unserer Travel-Rubrik nehmen wir euch mit nach Seoul, wo es bunter nicht zu und her gehen könnte.

 

 

Viel Spass beim Lesen!

 

Eure fempop #heroines

 

Rahel, Serena und Cécile

 

info@fempop.ch